Der graue Reiter

Herbert Von Hoerner: Der graue Reiter
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Verlag: Saga Egmont
Erschienen:
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"Auch der Herr legt die Hand an den Stamm und schaut zur Krone hinauf. Und wie sie so dastehen, den Baum zwischen sich, ihn betrachtend und an ihn gelehnt, liegt in Blick und Haltung der beiden etwas Verbindendes, von Mensch zu Mensch ein Verstehen. Nicht wie von gleich zu gleich. Herr und Knecht, dabei bleibt es. Aber sie wissen beide, und eben darin verstehen sie sich, daß vor Gott alle Menschen gleich sind. Sie sind es auch vor diesem Baume." Begleitet wird der Majoratsherr bei seiner Fahrt durch den Wald von seinem Enkel, dem fünfjährigen Alexander. Als nun der Schneesturm an Kraft gewinnt, geschieht es, dass der übermütige kleine Junge, dem das Versteckspielen im Schneegestöber Spaß macht, sich verirrt und im Sturm verloren geht. Die Suche nach ihm bleibt erfolglos. Wie soll er nur eine ganze Nacht alleine dort draußen im Toben der Elemente überleben? Doch Alexander ist nicht völlig allein: Der große Baum und die führende Hand seiner alten Kinderfrau Mining scheinen den kleinen Jungherrn zu beschützen. Nur, dass sich Mining währenddessen noch zu einer Beerdigung auf einem Nachbargut befindet ... Das Schneesturmdrama um das im nächtlichen Wald sich verlaufende Kind wird unter Hoerners plastisch gestaltender Hand zum Monumentalgemälde eines gewaltigen Naturereignisses, in dem zugleich eine tiefe menschliche Wahrheit aufscheint.

Herbert von Hoerner (1884–1946) war ein deutschbaltischer Schriftsteller und Maler. Herbert Otto Christian Carl von Hoerner wurde 1884 auf Gut Ihlen in Kurland geboren. Er erhielt Privatunterricht und besuchte das russische Gymnasium in Mitau. Nach Beendigung seines Militärdienst in der russischen Armee beim Dragonerregiment in Mitau begann er 1905 an der Kunstakademie in München Architektur zu studieren. 1906 wechselte er zur Staatlichen Kunstschule in Breslau, wo er 1908 das Zeichenlehrerexamen bestand. Danach arbeitete Hoerner als Zeichenlehrer in Mitau. Im Ersten Weltkrieg wurde er als russischer Reserveoffizier in Küstrin und Celle interniert und erst 1916 entlassen. In dieser Zeit war er bereits in Sammelbänden mit Gedichten und kleineren Prosatexten vertreten. Während der deutschen Besetzung des Baltikums kehrte Hoerner mit seiner Frau nach Gut Ihlen zurück. 1919–1920 nahm er als Offizier der 3. Kompanie der Baltischen Landeswehr am Lettischen Unabhängigkeitskrieg teil. Seine Kriegserlebnisse stellte er 1922 in seinem ersten Einzelband "Villa Gudrun" dar. Nach der Auflösung der Baltischen Landeswehr verbrachte er sieben Wanderjahre als Übersetzer, Porträtmaler, Dichter und Schriftsteller in Deutschland. 1928 fand Hoerner schließlich eine neue Heimat in Görlitz, wo er als Zeichenlehrer am Gymnasium Augustum angestellt wurde und auch Mathematik und Deutsch unterrichtete. Neben der Schultätigkeit betätigte er sich zunehmend schriftstellerisch. In den 1930er Jahren erschienen eine Reihe von ihm verfasster Novellen und Erzählungen. Hoerner war ein vorzüglicher Anekdotenerzähler mit hintergründigem Humor, in dem jedoch auch eine gewisse Trauer und Schwermut mitschwingt. Er wählte heimatverbundene, traditionelle Sujets, einfache, aber symbolhafte Motive und war Meister einer atmosphärischen Landschafts- und Menschenzeichnung. Das ermöglichte es den Nationalsozialisten, Hoerner, der wesentlich unpolitisch war, zu einem der ihren zu erklären. Für seinen in zahlreiche Sprachen übersetzten Bauernroman "Der graue Reiter" erhielt er 1940 den Literaturpreis der Stadt Berlin. Im Zweiten Weltkrieg meldete er sich freiwillig zur Wehrmacht und wurde bei Stalingrad und in der Ukraine als Dolmetscher i

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